Die Deutsche Bahn AG plant derzeit eine Neukonstruktion der Brücken an der S-Bahn-Strecke S7 / S1. Die Planungen sehen eine Anhebung der Trasse um etwa 60 cm vor, wodurch zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen erforderlich würden. Im Ortsteil Nikolassee ist bei den derzeitigen Plänen der DB AG der Bau einer sechs Meter hohen Lärmschutzwand vorgesehen.
Sowohl die Anwohner in Nikolassee als auch die Berliner SPD haben sich entschieden gegen den Bau dieser Lärmschutzwand ausgesprochen und fordern die Prüfung von Alternativen.
Ein weiteres Problem in Nikolassee stellt die Lärmbelästigung durch die AVUS dar. Hier gab es bereits den Versuch, eine Geschwindigkeitsbegrenzung bei Tempo 60 einzuführen, der jedoch durch einen Gerichtsbeschluss gekippt wurde.
Auf der einen Seite zu viel, auf der anderen Seite zu wenig - das kann nicht die Lösung sein. Ich setzte mich dafür ein, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und eine integrierte Lösung gefunden wird, die allen Seiten gerecht wird.
Auf meine Initiative hat am 20. Mai ein Treffen mit Henning Schröder von der BI Nikolassee, dem parlamentarischen Geschäftsführer der Berliner SPD-Fraktion, Christian Gaebler, und mir stattgefunden, auf dem vereinbart wurde, dass dem Ausschuss für Stadtentwicklung ein Termin vor Ort mit Vertretern der BI und der Deutschen Bahn vorgeschlagen wird.
Am 14. Mai 2010 habe ich an einer TV-Diskussion ("Schupelius fragt", TV Berlin) zum Thema Lärmschutz in Nikolassee teilgenommen, die man sich unter folgendem Link ansehen kann:
TV-Diskussion zum Lärmschutz Nikolassee
Lärmschutzmaßnahmen der Deutschen Bahn:
Für die Baumaßnahmen der Deutschen Bahn wurde ein Planrechtsverfahren beim Eisenbahnbundesamt beantragt, das
als Bundesbehörde dem CSU-geführten Bundesverkehrsministerium untersteht und für die
Entscheidung über geeignete und angemessene Lärmschutzmaßnahmen zuständig ist.
Die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat sofort nach Bekanntgabe der Pläne der DB AG einen Antrag eingebracht, in dem sie sich für Lärmschutzmaßnahmen ausspricht, bei denen eine Ortsverträglichkeit gegeben sein muss (Drs. 1322/III). Darüber hinaus wurde im Dezember 2009 gemeinsam von allen Fraktionen der BVV ein entsprechender Ausschussantrag (Drs. 1339/III) beschlossen.
Auch der SPD-Bezirksstadtrat für Bauen, Stadtplanung und Naturschutz, Uwe Stäglin, fordert in seiner Stellungnahme zur Lärmschutzwand die Erhaltung des historisch gewachsenen Landschaftsbildes im denkmalgeschützten Ortsbild von Nikolassee. Er plädiert für den Erhalt der bestehenden Brückenkonstruktion. Damit wäre eine Anhebung der Trasse unnötig und keine zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen notwendig.
Auch der Berliner Senat teilt die Bedenken der Anwohnerinnen und Anwohner. Sowohl die
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als auch die Senatsverwaltung Gesundheit, Umwelt und
Verbraucherschutz haben Einwände gegen die Lärmschutzwand erhoben. Sie lehnen die Pläne
der DB AG vor allem aus städtebaulicher Sicht sowie wegen Beeinträchtigung der Bau- und
Gartendenkmale am Bahnhof Nikolassee und am Hohenzollernplatz ab.
Die SPD hat sich damit sowohl auf Landes- als auch auf Bezirksebene eindeutig gegen die
geplanten Baumaßnahmen der DB AG ausgesprochen. Allerdings können die Berliner
Senatsverwaltungen und das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf lediglich ihre Bedenken im
Planrechtsverfahren äußern, die letztendliche Entscheidung über das Bauvorhaben und weitere
Lärmschutzmaßnahmen im Bereich der S-Bahn Nikolassee liegt beim Eisenbahnbundesamt und
damit beim Bund.
Wir fordern daher den zuständigen Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, die derzeitigen
Pläne für eine sechs Meter hohe Lärmschutzwand in Nikolassee umgehend zurückzuweisen!
Wir erwarten, dass die Deutsche Bahn AG ein überarbeitetes Konzept vorlegt, das ohne
Lärmschutzmaßnahmen auskommt, die massiv in das Stadt- und Landschaftsbild in Nikolassee
eingreifen! Hier muss der Bund als Eigentümer der DB AG endlich tätig werden!
Veröffentlicht am 28.04.2010